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Neues Projekt im Programm Nord-Ost: A255 Landesbergen – Wehrendorf
Und das nächste neue Projekt stößt zum Programm Nord-Ost hinzu: Die 380-kV-Bestandsleitung von Landesbergen nach Wehrendorf. Das Projekt wurde im Netzentwicklungsplan (NEP) 2023-2037/2045 beantragt und vor einem Jahr am 01.03. von der Bundesnetzagentur (BNetzA) bestätigt.
Hier folgt ein kurzer Steckbrief zum Bestandsprojekt:
| Die Leitung | Das Umspannwerk Ohlensehlen |
|---|---|
| Ost-West-Verbindung zwischen den Umspannwerken Landesbergen (LK Nienburg/Weser), Ohlensehlen (LK Diepholz) und Wehrendorf (LK Osnabrück | Das UW befindet sich im Landkreis Diepholz, direkt an der Grenze zum Landkreis Nienburg. Die Ortschaft Ohlensehlen liegt aber im Landkreis Nienburg |
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Projektauftrag:
Das Projekt A255 findet sich im NEP unter den Projektbezeichnungen
- P27/M52a: Netzverstärkung zwischen Wehrendorf (Regelzone Amprion) und Ohlensehlen (ca. 62 km)
- P477/M812: Netzverstärkung zwischen Landesbergen und Ohlensehlen (ca. 17 km); Erweiterung des Umspannwerks Ohlensehlen
Es wurde bereits eine trassierungstechnische Voruntersuchung durchgeführt, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Erhöhung der Stromtragfähigkeit auf 4.000 A sowohl für die Leitung Landesbergen-Ohlensehlen (P477) als auch für die Leitung Ohlensehlen-Wehrendorf (P27) durch eine Um- und Zubeseilung mit Hochtemperaturleiterseilen (HTL) anstelle eines Ersatzneubaus erreicht werden kann.
An einigen Maststandorten sind punktuelle Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören Masterhöhungen sowie Mast- und Fundamentverstärkungen. Gegebenenfalls sind Änderungen von Mastspitzen für verbesserten Blitzschutz oder der Ersatzneubau einzelner Masten notwendig. Für die Bauzeit sind Provisorien für Baumaßnahmen an den Masten oder zur Kreuzungssicherung erforderlich. Der genaue Umfang der Maßnahmen kann erst nach den weiteren Untersuchungen festgestellt werden.
Die Besonderheit des Projekts liegt insbesondere in der Rolle des UW Ohlensehlen. Aktuell sehen die Planungen die Erweiterung des bestehenden UW vor, um die zusätzlichen Stromkreise sowie weitere Kompensationsspulen unterzubringen. Der Verteilnetzbetreiber Avacon hat, um mehr erneuerbare Energien in das 380-kV-Netz einzuspeisen, ebenfalls einen zusätzlichen Bedarf an Umspannkapazitäten angemeldet. Der zusätzliche Ausbaubedarf sieht damit einen aktuellen Platzbedarf von insgesamt 20-30 ha vor. Die Herausforderung bei der Erweiterung am bestehenden UW ist, dass diese durch ein angrenzendes FFH-Gebiet eingeschränkt wird. Darüber hinaus wird aktuell ein Windpark in der Nähe gebaut und es liegen zahlreiche Anfragen von Batteriespeichern vor. Potentielle Standorte für ein Ersatzneubau wären in der Nähe der Gemeinde Kirchdorf im Landkreis Diepholz.
TenneT wird das Projekt P477 (Landesbergen-Ohlensehlen) vollständig und das Projekt P27 (Ohlensehlen-Wehrendorf) bis zur Regelzonengrenze bei Freistatt umsetzen. Für den restlichen Abschnitt bis nach Wehrendorf ist der Übertragungsnetzbetreiber Amprion zuständig.
Verantwortlich für das Projekt ist Stefan Petersen als Gesamtprojektleiter. Auf kaufmännischer Seite übernimmt die Projektleitung David Kopatsch. Melanie Mader steht Euch als PLL für Fragen rund um die Themen Planung und Genehmigung zur Verfügung. Als technische Projektleiter (PLTE) sind Ralf Papenburg und Mohammad Ilyas Azizi zuständig.
In eigener Sache: Die interne Projektbezeichnung hat sich in den vergangenen Wochen immer mal wieder geändert. Von LOL (Landesbergen-Ohlensehlen-Lemförde) über LOW (Landesbergen-Ohlensehlen-Wehrendorf) bis hin zu LanWeh (Landesbergen-Wehrendorf) hatten wir viele Bezeichnungen im Visier. Melanie und Svenja nennen die Leitung aktuell liebevoll den einarmigen Banditen, sind aber offen für Vorschläge 😉.
Rückblick vergangener Termine - Vorstellung des Projekts bei Gemeinden und Landkreisen
Im Februar 2025 haben wir von Seiten der Kommunikation erstmals Kontakt zu den vom Projekt betroffenen Landkreisen und Gemeinden aufgenommen und zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. So waren Melanie Mader und Svenja Merz vom 18. bis 20. März in der Projektregion, um den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie den Landräten der Landkreise Nienburg und Diepholz das Projekt vorzustellen und sich auszutauschen.
Der Landkreis Nienburg ist mit der Um- und Zubeseilung der Bestandsleitung weit weniger betroffen als der Landkreis Diepholz mit der Erweiterung des Umspannwerkes bzw. einem Ersatzneubau auf bis zu 20-30 ha. Die Termine im Landkreis Nienburg verdeutlichten noch einmal die Belastung vor Ort durch die Vielzahl der Projekte von TenneT und auch die Herausforderung, vor der der Landkreis aktuell durch den Rhein-Main-Link von Amprion steht. Gleichzeitig haben die Termine aber auch gezeigt, dass wir als TenneT mit der frühzeitigen und transparenten Information den richtigen Weg gehen. Das wird vor Ort sehr geschätzt.
Der Landkreis Diepholz hatte bisher vor allem Erfahrungen mit dem Projekt Ganderkesee - St.Hülfe und ist von der Um- und Zubeseilung der Bestandsleitung nicht stark betroffen. Die größere Rolle spielt das Umspannwerk Ohlensehlen.
Die Vor-Ort-Termine in der Samtgemeinde Kirchdorf mit den Mitgliedsgemeinden und dem Landkreis Diepholz wurden ebenfalls von Stefan Petersen unterstützt. Das Ziel, das bestehende UW zu erweitern, haben wir vor Ort platziert. Seitens der Samtgemeinde Kirchdorf wurde uns mitgeteilt, dass ein Ersatzneubau auf Höhe der Gemeinde Kirchdorf vor Ort sehr kritisch gesehen würde.
Gleichzeitig wurden wir aber auch damit konfrontiert, dass vor Ort im Bereich Kirchdorf am bestehenden UW viele Projektierer von Batteriespeichern Interesse an Flächen geäußert haben. Der Verteilnetzbetreiber Avacon hat bereits eine Netzanschlussanfrage für einen Batteriespeicher bestätigt.
Darüber hinaus behandeln die Landkreise Nienburg und Diepholz Bauanträge für Batteriespeicher als privilegierte Vorhaben im Außenbereich mit der Konsequenz, dass auch keine Bebauungspläne erforderlich sind. Dies stellt uns als Übertragungsnetzbetreiber vor größere Herausforderungen, die wir in der Planung, aber auch in der Kommunikation im weiteren Projektverlauf stark berücksichtigen werden.
Insgesamt waren die Termine vor Ort ein guter erster Auftakt für die Projektkommunikation. Die Möglichkeit zum Austausch wurde angenommen und weitere Termine mit den Stakeholdern sind in Planung.
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